Karl Merkatz - vom
Tischler zum echten Wiener

 

 
    Der Film erzählt die Lebensgeschichte des durch
seine Rolle als Edmund Sackbauer in „Ein echter
Wiener geht nicht unter“ in Österreich berühmt
gewordenen Volksschauspielers Karl Merkatz.
Es ist eine durch die Erinnerung subjektiv gefärbte
Geschichte eines Mannes, der, in widrige
Verhältnisse hineingeboren, über die Rolle seines
Lebens "stolpert" und damit die damalige
Fernsehwelt in Österreich in zwei Lager gespalten
hat: in die einen, die "Ein echter Wiener geht
nicht unter" vehement ablehnten und in die
anderen, die diese Serie glühend verehrten.
Wir werden erfahren, wie Karl Merkatz
aufgewachsen ist, von seinen Lausbuben-
streichen, über lange Durststrecken sowohl
künstlerischer, als auch damit einhergehend
finanzieller Natur, hin zu den ersten Engagements
am Theater, seiner Zeit im Salzburger Kloster,
über seine Fernseh – und Kinorollen, bis zum Jetzt.
Ein oft sehr ernster, aber nicht immer ernst
gemeinter Rückblick eines erfolgreichen
Schauspielers, der seine Lebensrolle vorerst gar
nicht spielen wollte, und der privat so gar nichts
mit dem "Mundl" zu tun hat.
Der Film begreift sich als Portrait, steht doch die
Person Karl Merkatz mit all ihren Facetten im
Mittelpunkt. Natürlich gibt es starke biografische
Elemente, da der Protagonist Teile seines
80-jährigen Lebens vor uns ausbreitet und auf
seine unnachahmliche Weise großteils
augenzwinkernd ausschmückt.

Mensch und Schauspieler – zwei untrennbare Definitionen
Karl Merkatz als Mensch und Schauspieler, zwei
Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind.
Sein Schauspiellehrer stellte ihm die Frage, ob er
denn ein Mensch oder ein Schauspieler werden
wolle. Nach einer längeren Nachdenkpause
antwortet er, ein Mensch wolle er werden.
Um ein Schauspieler zu werden, muss man
allererst ein Mensch sein. Sprich: das Wesen der
Menschen verstehen, sich mit den Positiven, wie
negativen Emotionen und Zuständen beschäftigen.

Der "Mundl" als Identifikationsfigur
Nachdem die Figur des Edmund Sackbauer Ende
der siebziger Erfolg die schlagartige Berühmtheit
für Karl Merkatz bedeutete, entwickelte sie recht
schnell eine Eigendynamik in der Außenwirkung,
die die Person Karl Merkatz weitgehend
überdeckte.
Übermäßig stark war die Fixierung auf den Mundl,
der Inkarnation des irgendwo liebenswerten,
Fernsehgrenzen auslotenden Proleten aus Wiens
Arbeiterbezirk Ottakring. Karl Merkatz selbst hatte
auch immer mit den Folgen der Berühmtheit durch
diese Figur zu kämpfen, weil Menschen in ihm
vorwiegend den Mundl sahen. Dieser Umstand
warf folgende Frage auf:

Wer ist Karl Merkatz eigentlich? Was hat er erlebt?
Achtzig Jahre alt wird Karl Merkatz 2010, ein
perfekter Zeitpunkt für den Schauspieler sich als
der Mensch hinter der Rolle zu präsentieren, die
Geschichten zu erzählen, die er erlebt hat und die
ihn geprägt haben.
Diese Geschichten lassen den Menschen Karl
Merkatz mit seinen Eigenarten und seinen ganz
persönlichen Erlebnissen zum Vorschein kommen
und bieten somit neue Facetten einer vermeintlich
bekannten Person.
Eine Koproduktion mit der Firma Media Halbig
Productions/Österreich.
Hergestellt wird der Film mit Unterstützung von
ORF, RTR/Fernsehfonds Austria, Salzburg Land,
FFW-Fernsehförderung, Salzburg Agentur,
Land Niederösterreich, Gemeinde Salzburg &
Strasswalchen.
Regie:
Christian Kurt Weiß

Drehbuch:
Marcus Halbig /
Christian Kurt Weiß

Kamera:
Günter Euringer

Schnitt:
Christian Kurt Weiß

Ton:
Karl Plötzeneder

Musik:
Trent Arkelysmith