Sonderauftrag Linz

Produktionsjahr 1999

 
    Hitler träumte von einem Museum der "wahren Kunst."Der "Sonderauftrag Linz" sollte dies realisieren. Tausende Bilder wurden dafür aus ihrem Kontext gerissen. Am 28.10.1996 fanden die abenteuerlichen Odysseen von Bildern im Museum Angewandter Kunst in Wien eine vorläufige Endstation.

Christie´s versteigerte die sogenannten "Mauerbachreste", all jene Bilder und Kunstgegenstände aus dem Raubzug der Nazis, die nicht an ihre Eigentümer zurückgestellt werden konnten. Der Dokumentarfilm greift vier unterschiedliche Schicksale von Bildern heraus, die - aufgrund der zu schildernden historischen Ereignisse rund um den Sonderauftrag Linz - die absonderlichsten Irrwege durch ganz Europa mitmachten und schließlich wieder zu ihren Besitzern gelangten oder versteigert wurden.

Der "Sonderauftrag Linz, der organisierte Kunstraub der Nationalsozialisten, reißt diese Bilder nicht nur aus ihrem Kontext ihrer Entstehung und der Bedeutung ihrer Umgebung, sondern macht genau jene kulturellen Vorstellungen Europas obsolet, deren Ausdruck die Bilder sind.

Die Bilder und ihre Sujets stehen für bestimmte Ideen der eruopäischen Geistesgeschichte. Der entscheidende Punkt im Film ist, wo die idealisierten und ideologisierten Abbilder auf ihrer Reise zum schönsten Museum der Welt auf die barbarische Wirklichkeit treffen.

Wenn Züge mit Deportierten an Züge mit geraubten Gemälden vorbeifahren. Der Zielpunkt für die Bilder heißt Linz, wo das schönste Museum der Welt entstehen soll, in den die alten Meister geehrt, das wahrhaft SCHÖNE und GUTE, das IDEALE an sich seinen Tempel haben soll. Die Bilder erreichen nie ihr Ziel.
Regie:
Andreas Gruber

Drehbuch:
Andreas Gruber

Kamera:
Hermann Dunzendorfer

Schnitt:
Hubert Canaval