Der Schatten des Schreibers

Produktionsjahr 1995

 
    Der Schriftsteller Robert David wurde hauptsächlich durch mehr oder minder triviale Kriminalromane bekannt. Nun Liegt sein letztes Werk in Manuskriptform vor. Im Gegensatz zu seinen Krimis ging es Robert David bei diesem Roman um die Verantwortung des Schriftstellers sich selber und seinen literarischen Figuren gegenüber: nicht in theoretische Phrasen eingebettet, sondern in einer spannenden Geschichte, nicht frei von Komik und Krimieffekten, dargestellt. "Dein bestes Werk!", findet Freund Max und schwärmt vor allem von der weiblichen Hauptfigur Sarah, in die sich Robert beim Schreiben scheinbar verliebt hat. Und die nun eines Morgens - wie im Roman beschrieben - vor Roberts Türe steht und den Schriftsteller mit Fragen nach ihrer Herkunft nervt. Robert wirft Sarah aus seiner Wohnung, glaubt zuerst an eine Einbildung, dann an einen Streich seines Freundes. Doch Sarah heftet sich an Roberts Fersen, lässt ihn nicht mehr aus den Augen, bringt ihn in manch kompromittierende Situation. So sehr er sich dagegen wehrt: der Autor hat keine Chance gegen seine starke literarische Figur. Nachdem Sarah das Manuskript gelesen und einiges über sich erfahren hat, zieht sie kurzerhand bei Robert ein, verlangt von ihm den Roman - vor allem das Ende - umzuschreiben. Robert weigert sich, aus Stolz und aus Trotz: die leibhaftige Sarah entspricht so gar nicht der liebenswürdigen, sanften literarischen Sarah. Und doch scheint sie ihn mehr als nur zu faszinieren. Da sich die Ereignisse, die im Roman vorkommen, auch in der Realität ereignen (ein eifersüchtiger Kommissar, dessen Frau ihn mit Robert betrogen hat, schlägt Robert nieder), möchte Sarah nicht für den im Roman beschriebenen Tod des Schriftstellers verantwortlich sein. Sie begeht eine Straftat, um eingesperrt zu werden und so den vorgezeichneten Handlungsverlauf des Romans in der Realität zu unterbrechen. Was passiert mit einem Menschen, der behauptet ( in diesem Fall zurecht), nur seinen Vornamen zu kennen? Der seine Geburtsdaten nicht weiß, nichts über eine Schulbildung erzählen kann und über den es keine Daten gibt? Kommissar: "Nun, einen Menschen den es nicht gibt, "verwahrt" man am besten in der Psychiatrie."Sarah scheint ihr Ziel erreicht zu haben: wie besessen schreibt Robert an einer Biographie für seine Figur und verhilft ihr durch Freunde zu falschen Papieren. Der Tag ihrer Entlassung sollte ein großes Fest werden, doch der Kommissar rächt sich mit einem miesen Trick an Robert. Sarah bleibt weiter eingesperrt. Mit Hilfe eines Freundes befreit Robert Sarah. Auf der anschließenden Flucht kommt es auf einer Holzbrücke (wie im Roman) zum Show-down.
Regie:
Niki List

Darsteller:
Hans-Werner Meyer
Gudrun Tielsch
Gerhard
Haase-Hindenberg
Birgit Zamulo
Hans-Dieter Knebel
Silvia Fenz
Johannes Silberschneider
Wolfgang Gasser

Drehbuch:
Bernhard Schärfl

Musik:
Peter Janda
Martin Lichtenwallner

Kamera:
Martin Stingl

Ausstattung:
Peter Krychl
Hans Jager

Schnitt:
Ingrid Koller